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Ostern Yoga nach Selvarajan Yesudian und Elisabeth Haich Yogaschule Rolf Heim Sekretariat: Schöneggstr. 15, CH-9404 Rorschacherberg Telefon: 0041 (0)71 855 38 52; E-Mail: rolfheim@yogaschulen.ch , www.yogaschulen.ch |
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Karfreitag und Ostern – einige der höchsten Feiertage des Christentums, wenn alle Christen der Welt dem grossen Ereignis gedenken, wo Gottes Sohn die Sünden der Welt auf sich genommen hat. Viele Erzählungen in der Bibel und in anderen heiligen Schriften sind historische Begebenheiten, vieles ist aber symbolisch zu verstehen. Jesus sagte immer und immer wieder: “Wer Ohren hat der höre!“ Diese symbolischen Erzählungen handeln alle vom Werdegang des Menschen – einem geistigen Wesen, das einen materiellen Körper bewohnt und durch diesen Körper, durch sein Leben in der materiellen Welt, zu seiner geistigen Ursache findet. Anfangs stark in seinem Körper, in der Materie verwurzelt, ist er sich seines geistigen Ursprungs nicht bewusst. Über viele Irrfahrten, durch Leid und Dunkelheit führt ihn der Weg schliesslich zum Licht, zum Bewusstsein, wer und was er in Wirklichkeit ist. So können wir auch die Ostergeschichte als ein wunderschönes Symbol sehen für den Weg, den jede menschliche Seele gehen muss. Den Weg, vom Hineinsterben in die Materie bis zum bewussten Erwachen im Geist. Eine Woche vor Ostern feiern wir Palmsonntag. Die Geschichte erzählt, dass Jesus Christus, auf einem Esel reitend, in Jerusalem einzog und dass die Menschen ihm zujubelten und Palmblätter auf dem Boden vor ihm ausbreiteten. Ohne jeden äusseren Anlass schrien die gleichen Menschen vier Tage nach dem triumphalen Einzug: "Kreuzige ihn, kreuzige ihn!" Am Karfreitag wurde Christus gekreuzigt und drei Tage später ist er aus dem Grab auferstanden, um zu seinem himmlischen Vater zurückzukehren. Diese Ostergeschichte kann für uns auf zweierlei Arten wertvoll sein: Einmal, indem wir das Opfer von Jesus Christus dankbar annehmen und aus dieser Geschichte Trost und Kraft schöpfen in einer oft ziemlich trostlos scheinenden Welt. Dann verbinden wir uns in tiefer Demut und Dankbarkeit mit einem Wesen, das in einer alles verstehenden und alles verzeihenden Liebe für unsere Schwächen gelitten hat und versuchen, unser Leben in dem Sinn zu leben, wie dieser grosse Meister es vorgelebt hat: Voller Liebe und Verständnis für alle Schwächen und Nöte unserer Mitmenschen, voller Verzeihen für Unrecht, das uns angetan wurde und in demütigem Dienst an Mitmenschen, die unserer Hilfe bedürfen. Zum andern aber können wir durch die Symbolik hinter dieser Geschichte zu einem völlig neuen Verständnis von Ostern kommen, einem Verständnis, das uns Karfreitag, Kreuzigung und Auferstehung ganz neu erleben lässt – verinnerlichter, weil wir den Sinn hinter diesem grossartigen Schöpfungsreigen erkennen. Bei dieser Betrachtung behält die Bibel für uns eine aktuelle Bedeutung, weil es sich nicht um Geschichten handelt, die vor ein paar tausend Jahren geschehen sind, sondern um archetypische Symbole, welche die Menschen seit jeher begleiten. |